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EinleitungBearbeiten

In meiner Ausarbeitung beziehe ich mich auf die Erziehung im Neunzehnten Jahrhundert. Dabei untersuche ich folgende Aussage: „Wer sein Kind liebt, der züchtigt es.“

Mein Ziel ist es Ihnen näher zu bringen wie der Erziehungsgedanke zu der damaligen Zeit aussah und wie die Kindheit damals betrachtet wurde.

Meine Themenwahl beruht auf meinem Interesse an dem Verhalten der Menschen heutzutage wie in der vergangen Zeit. Ich habe ein großes Interesse an Kindern und wollte die Erziehung heutzutage mit der damaligen Erziehung vergleichen und vor allem wissen was diese Aussage aussagen will und ob sie der Wahrheit entspricht.

Dies ist auch meine Vorstellungen gewesen warum ich ich die Schulform Pädagogik des Beruflichen Gymnasiums gewählt habe.

Vorerst habe ich mich mit der Erziehung im neunzehnten Jahrhundert ganz allgemein und oberflächlich beschäftigt. Darauf folgend habe ich mich informiert ob es einen Unterschied der Erziehung zwischen den verschiedenen Familienformen gibt und welche diese sind.

Weiterhin habe ich die Unterschiede der Erziehung und der Betrachtung des Begriffes Kindheit untersucht und die beiden Zeitalter miteinander verglichen.

Der Erziehungsgedanke im 19. JahrhundertBearbeiten

Vor dem Neunzehnten Jahrhundert wurden Kinder als Kleinausführung von Erwachsenen gesehen. Sie mussten arbeiten. Die Kindheit die wir heute kennen, war undenkbar zu der damaligen Zeit. Erst später im neunzehnten Jahrhundert galt Kindheit erstmals als ein eigener Abschnitt im Leben eines Menschen.

Zu Beginn des Neunzehnten Jahrhunderts wurden die Arbeitsverhältnisse verändert. Es wurde nun nicht mehr zuhause gearbeitet, stattdessen wurde der Mann in Fabriken eingestellt. Somit entstand eine Differenzierung von Arbeitsplatz und dem Zuhause und es fand eine Veränderung der sozialen und emotionalen Beziehungen innerhalb der Familie statt. Doch nicht nur das änderte sich im Neunzehnten Jahrhundert, auch die Bildung und die Ausbildung der Kinder wurde komplett neu ausgelegt. Im Vordergrund stand nun die Sozialisation des Kindes, also die Integration in die Gesellschaft. Die Erziehung war Aufgabe der Frauen. Dies machte die Frau allerdings nicht zum Familienoberhaupt. Frauen und Kinder waren rechtlich das Eigentum des Mannes. Die Kinder wurden aufgezogen und das Wichtigste war, dass sie heranwuchsen. Die Erziehung selbst geschah eher unbeabsichtigt und unbewusst. Die Kinder erzogen sich durch das Nachahmen und Beobachten der Menschen um sie herum quasi selbst. Da die Eltern, vor allem die Mutter, die Personen waren, die den Kinder am nächsten standen wurden deren Verhaltensweisen kopiert und übernommen, genau wie die Traditionen.

In der patriarchalische Gesellschaft der willhelmischen Zeit, gegen Ende des Neunzehnten Jahrhunderts, war das Ziel der Erziehung: Zucht und Ordnung. Das Kind sollte die Befehle der Eltern befolgen und sie gehorsam durchführen. Man wollte die Kinder in Menschen verwandeln, die Gott und die Obrigkeit fürchten. Das heißt, die Kinder sollten denken, dass sie Gott verärgern wenn sie nicht auf ihre Eltern hörten. Erziehungsmaßnahmen waren Prügel mit beispielsweise dem Rohrstock. Als Motto galt: „Wer sein Kind liebt, der züchtigt es!“.1

Gegen Ende des Neunzehnten Jahrhunderts forderten einige Pädagogen die Distanzierung einer reinen Lernschule. Sie wollten, dass Kinder auf das Leben vorbereitet werden. Kinder sollten eigenständig Dinge entdecken ohne dass ihnen vorgesagt wird um was es sich handelt. Aus diesem Gedanken entstand die Reformpädagogik. Einer der Pädagogen der die Reformpädagogik entwickeltet hatte war Johann Heinrich Pestalozzi. Der Schweizer Pädagoge lebte von 1746 bis 1827. Pestalozzi wollte eine Elementarbildung der Kinder vor der Lernschule. Er wollte Kinder harmonisch darin fördern, sich sittlich zu benehmen, und die eigenen Fertigkeiten wie beispielsweise das Handwerken eigenständig zu entdecken. So gründete er 1805 die erste Heimschule, ein Vorläufer des Kindergartens. Ähnliche Gedanken verbreitete später die Pädagogin und Ärztin Maria Montessori: 'Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“2

1 http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/lernen/erziehung/Willhelmisches Zeitalter“

2 http://www.branchen-baer.de/artikel/artikeldetails/geschichte-der-familie-17-bis-19-jahrhundert.html

Kindheit in den verschiedenen FamilienformenBearbeiten

Die Kindheit in der großbürgerlichen Familie Bearbeiten

Durch die wirtschaftlichen Bedingungen veränderte sich die damalige Hausfamilie. Sie bestand nun aus der Kernfamilie, das heißt Vater, Mutter und Kinder. Zuvor waren zusätzlich Großeltern, Tanten und Onkel Mitglieder der Familie und wohnten in dem selben Haus. Durch der Differenzierung von Arbeitsplatz und Wohnraum lebte die Kernfamilie zusammen und die Kinder hatten weniger Bezugspersonen und waren meist nur ihren Eltern verbunden. Daraus entstand als dominierende Sozialform die Eltern-Kind-Familie. Doch trotz der nun entstandenen Nähe zwischen Eltern und Kindern blieb das Verhältnis untereinander streng. Prügel waren an der Tagesordnung und die Erziehung ähnelt einer Art „Dressur“. Die Verkleinerung der Familie kam der Frau, deren Wohnung und ihren Kindern zugute. Sie erhielt mehr Freiraum und konnte sich besser auf ihre Kinder und den Hausputz konzentrieren, da der Vater nun nicht mehr daheim arbeitete. Obwohl der Vater deshalb selten daheim war und die Kinder ihn dadurch kaum sahen, spürten sie seine Autorität überall. Beim Essen gab es strenge Regel, die Kinder durften nur reden, w[[]]enn sie danach gefragt wurden. Die großbürgerlichen Familien hatten wenige finanzielle Probleme. Die Familienmitglieder bekamen zunehmend eigene Zimmer und teilweise wurde Kindern Spielecken eingerichtet. Fabrikbesitzer und Unternehmer konnten sich teilweise ganze Zimmer für ihre Kinder leisten. In diesen Zimmern sind die Möbel auf Kindergröße eingerichtet. Dieses Zimmer wurde damals „Kinderstube“ genannt.

Kinderzimmer

Kinderzimmer

Doch dieser Luxus war nicht in allen Familien vorhanden. Damals hieß es schon viel, wenn das Kind im Wohnzimmer eine Ecke bekam, in der es spielen darf.Das Spielzeug diente als Vorbereitung für das spätere Leben. Die Knaben spielten mit Baukästen, Ritterburgen oder Spielzeuggewehre. So wurden sie schon in der frühen Kindheit auf das Arbeitsleben als Soldat oder Geschäftsmann vorbereitet. Die Mädchen hatten Puppen und Puppenhäuser so wie Spielzeugbügeleisen die sie auf die Rolle als Mutter und Hausfrau vorbereiten sollte.Die Kinder in der großbürgerlichen Familien bekamen mehr Aufmerksamkeit ihrer Eltern dies förderte das zunehmende Verständnis den Kindern gegenüber.Sie wurden nun immer weniger als kleine Erwachsene gesehen. Durch bequemere Kleidung und ihre Spielzeuge distanzierten sich Kinder immer mehr von der Erwachsenenwelt. Die Arbeitstracht der Matrosen wurde Vorbild der Kindermode, da sie bequem war und die Kinder mehr Bewegungsfreiheiten hatten. So wurde bereits um 1800 der Matrosenanzug ein typisches Kleidungsstück. Dieser Anzug war das Merkmal eines bürgerlichen Knaben. 1

Die Kindheit in der ArbeiterfamilieBearbeiten

Kinderarbeit fabrik

Kinder mussten in Fabriken Arbeiten

Durch die Industrialisierung gab es zunehmend Arbeit in der Industrie und es entstand eine neue Lebensform: die Arbeiterfamilie. Obwohl die Menschen Arbeit hatten, waren sie nicht wohlhabend. Sie besaßen wenig Geld und wohnten in menschenunwürdigen Wohnungen, die heruntergekommen und schlecht gebaut waren. Der Winter stellte eine große Lebensgefahr dar, da die meisten Wohnungen unbeheizt waren. Noch dazu kam dass die Eltern sich keine warme Kleidung leisten konnten. Die Kinder waren vollkommen unterkühlt. Viele Kinder mussten mit ihren Geschwistern in einem Bett schlafen. Teilweise teilten sich vier Kinder ein Bett. Die älteren Kinder mussten die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister übernehmen und auf sie aufpassen. Sie übernahmen auch hauptsächlich die Erziehung ihrer Geschwister.2

Nicht nur der Vater musste arbeiten, da er allein lange nicht genug Geld verdiente, damit die Familie überleben konnte. Auch Mutter und Kinder mussten in den Fabriken arbeiten. Die Wohnung wurde nur noch zum Schlafen genutzt. Bereits die 10-Jährigen Kinder mussten bis zu vier Stunden körperlich anstrengende Arbeiten verrichten und hatten kaum Freizeit. Hier gab es keine Zeit zum Spielen. Durch die schlechten Lebensumstände und die schwere Arbeit nahm die Kindersterblichkeit immer mehr zu. Auch das Verhältnis innerhalb der Familie wurde immer distanzierter und es gab kaum Zuwendung und Geborgenheit unter den Familienmitgliedern. Kinder wurden den Eltern lästig. Sie mussten gefüttert werden, sie brauchten Kleidung. Kinder kosteten Geld. Und dieses Geld hatte niemand. Durch die schlechten Lebensumstände , der mangelhaften Ernährung und wenig Zeit für Bildung hatten die Kinder eine sehr geringe Zukunftschance. Immer mehr Kinder konnten weder schreiben noch lesen. Dies bedeutete sie konnten zum Beispiel keine gut verdienende Fabrikbesitzer werden.

Jungen sollten so früh wie möglich eine Lehre beginnen. Weil die Jungen ab Beginn der Lehre bei ihren Lehrmeister lebten, hatten die Eltern die Belastung „Kind“ nicht mehr. Doch selbst bei den Lehrmeistern ging es den Jungen nicht gut. Sie mussten auf Strohsäcken schlafen. Diese Strohsäcke wurden weder ausgeschüttelt, noch gelüftet oder erneuert. Dies bedeutete ein hohes Krankheitsrisiko.

Die Mädchen bekamen keine Ausbildung. Sie mussten ihren Müttern helfen beim putzen und kochen. Es gab zwar Schulpflicht, aber die Schule konnten nur wenige Kinder besuchen, da die meisten in den Fabriken arbeiteten.

Durch das frühe Arbeiten gab es fast keine Kindheit mehr.3

Kindheit in den bäuerlichen FamilienBearbeiten

Während die Kinder in den Arbeiterfamilien den Eltern eine Last wurden und immer weniger Paare Kinder bekommen wollten, waren die bäuerlichen Familien auf ihre Nachkommen angewiesen. Je mehr Kinder man hatte, desto mehr war die Existenz des eigenen Gutes gesichert und desto mehr Arbeitskräfte hatte man. Die Kinder von Bauern wurden schon früh auf ihren Beruf als Landwirte vorbereitet. Kinder mussten auf den Feldern arbeiten. Die Erziehungsabsicht war den Kindern schon früh den Arbeitsalltag auf dem Hof zu zeigen und sie an die anstrengenden Arbeiten zu gewöhnen.

Kindheit als Lebensphase gab es hier nicht, da die Kinder auch hier keine Zeit zum „Kindsein“ hatten. Ausbildungswünsche die nicht die eines Landwirts waren wurden lediglich ignoriert und mit einer Verständnislosigkeit entgegen gebracht.

Die Eltern wollten ihre Kinder früh vorbereiten und deshalb bezog sich das Sorgebedürfniss hauptsächlich auf das Ruhig halten und die Körpersicherheit.

So wurde Kindern so früh wie möglich das Gehen beigebracht. Als Hilfsmittel wurde dann auch ein vierbeiniges Holzgestell verwendet, die „Gehschule“, an dem sich das Kind festhalten konnte.

Die bäuerlichen Kinder trugen, sobald sie sich sauber halten konnten, eine Tracht. Sie entsprach dem Kleidungssystem der Erwachsenen. Denn die Kinderkleidung bestand aus dem selben Material und hatte den selben Schnitt wie die der Erwachsenen. Die Farbe der Tracht war geprägt durch Altersgruppen. Schon die kleinen Mädchen hatten dieselbe Rockfarbe, die auch erwachsene Frauen trugen. Nur die Frisur und die Kopfbedeckung wurden kindlich gehalten. Die Bauernfamilien waren nicht wohlhabend und deshalb mussten sich Eltern und Kinder zwei Betten teilen.

Auch die Bauernkinder mussten eigentlich zur Schule, doch es gab einige Probleme, dass diese Kinder nicht in die Schule gehen konnten. Die Klassen waren überfüllt, die Schulwege teilweise viel zu weit, da es nicht viele Schulen gab. Im Winter konnten nur die wohlhabenderen Bauern ihre Kinder in die Schule schicken, da die ärmeren sich keine Schuhe leisten konnten. Das größte Problem bestand allerdings darin, dass die Eltern auf die Hilfe der Kinder am Hof angewiesen waren und nicht auf sie verzichten konnten. So ging die Feldarbeit und das Helfen der Schulpflicht vor.

Die Töchter die im heiratsfähigen Alter waren, wurden rein wirtschaftlich an einen reichen verheiraten. Durch die Hochzeit bekam die Familien Geld und die Existenz der Tochter war gesichert.4

Kindheit im AdelBearbeiten

Die Kinder im Adel führten ein Leben distanziert von ihren Eltern. Die Erziehungsaufgabe übernahmen Bedienstete und Erzieher, die von den Eltern eingestellt wurden. Diese Personen wurden dann auch zu den Bezugspersonen der Kinder. Das führte dazu dass die Beziehung zu den Eltern eher kalt, weniger emotional und ohne jegliche Zuwendung war.

Als Erziehungsgrundsätze zählten Ordnung und das vornehme Verhalten.

Bereits ab dem sechsten Lebensjahr waren die Kinder zur Selbstständigkeit gezwungen. Sie mussten zur Schule. Zuvor wurden sie noch von Kindermädchen betreut.

Jungen waren bereits mit zehn Jahren erwachsen und wurden in Kadettenanstalten eingestellt. Dort wurden sie schon früh zu ihren späteren Beruf als Offizier ausgebildet. Die militärische Ausbildung der adligen Jungen galt als selbstverständlich.

Die Kinder durften sich ihre Ausbildung nicht aussuchen und egal welche Berufswünsche sie hatten, die Eltern hatten die Zukunft ihrer Kinder bereits vor ihrer Geburt festgelegt.

Die Mädchen wurden mit ungefähr zehn Jahren in Klosterschulen oder Pensionate geschickt. Auch die Kindheit im Adel endete früh, da Kindern schon früh die Sitten der Erwachsenen beigebracht wurden. Beim Empfang von Gästen die Hand küssen, sich verneigen und vornehm sprechen. Doch auch die Kinderkleidung wurde früh an die der Erwachsenen angepasst. 5Toupet und Locken wurden mit Wachs, Pomade, Nadeln und Puder geglättet und aufgetürmt.6 Die adeligen Kinder wurden nach starren Regeln gedrillt und von jeglicher Berührung mit den ,,normalen" Kindern der unteren Stände fern gehalten. Schließlich sollten sie sich schon möglichst früh ihrer Vormacht bewusst sein. Die aristokratische Familie war ein Ebenbild der Monarchie in der sie existierte. Der Vater übernahm die Rolle des Königs von Gottes Gnaden und herrschte bestimmend über sein Volk, das aus Frau und Kindern bestand.7

Vergleich: Kindheit im 19. Jahrhundert und heute (Deutschland)Bearbeiten

Ich beziehe mich im Folgenden nur auf das heutige Deutschland, da die Kindheit überall unterschiedlich ist und man an diesem Beispiel die Unterschiede gut erkennen kann.

Die Kindheit heutzutage ist ganz anders zu betrachten als damals, da es die Umstände und Gefahren, mit denen die Menschen damals zu kämpfen hatten, heute nicht mehr gibt. Die Krankheiten von damals, an denen viele Menschen gestorben sind, können heute behandelt werden und stellen keine Gefahr mehr dar. Die Menschen können sich auch ohne die gebietabhängige Ernte durch Import aus dem Ausland ernähren. Sie müssen nicht hungern wenn die Ernte dieses Jahr schlecht ausgefallen ist. Aufgrund dessen wird dem Lebensabschnitt „Kindheit“ in der heutigen Zeit viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Eltern-Kind-Beziehung wird weitaus emotionaler.

Während die Kinder im neunzehnten Jahrhundert zu Gehorsam, Unterordnung und Fleiß erzogen wurden, erziehen die Eltern heutzutage Kinder zu selbständigen, mündigen und reifen Personen. Im neunzehnten Jahrhundert war die Erziehung stark durch die Religion geprägt. Die Kirche gab die Erziehungsmaßnahmen vor. In der heutigen Zeit gerät die Religion immer weiter in den Hintergrund. Nur noch wenige Menschen erziehen ihre Kinder streng nach dem Glauben. War der Erziehungsstil damals noch sehr autoritär - die Kinder hatten mit Prügelstrafen und strengen Konsequenzen zu rechnen - ist er heute weitaus demokratischer. Die Kinder haben viel Mitspracherecht und bekamen viele Freiheiten in dem was sie tun.8 Dieses Vorgehen wäre im neunzehnten Jahrhundert nicht zu denken gewesen. Kinder waren ihren Eltern untergeordnet und mussten der Dressur vollkommen erlegen sein. Heutzutage gibt es unendlich viele Erziehungsratgeber, jeder richtet sich nach anderen. Im neunzehnten Jahrhundert allerdings passierte Erziehung unabsichtlich und eher aus Versehen. Die Kinder ahmten ihren Eltern bzw. Erzieher nach und kopierten somit ihre Verhaltensweisen. Die Erziehung übernahmen allerdings nicht nur die Eltern, damals war es selbstverständlich das Familienmitglieder wie ältere Geschwister oder Angestellte zur Erziehung beitrugen. Während die Kinder damals sehr geschlechtsspezifisch ihre berufliche Ausbildung angetreten sind, Jungen gingen in Fabriken, Lehren oder Kadettenanstalten und Mädchen in Klosterschulen, arbeiteten daheim und halfen ihrer Mutter, gibt es heutzutage eine freie Berufswahl.9 Dass Frauen auch Handwerker werden können, wäre eine Schande damals gewesen. Mädchen mussten gut Hausfrauen und Mütter und Jungen gute Soldaten, Fabrikbesitzer oder Offiziere werden. Kinder mussten früh erwachsenen werden und arbeiten gehen. Teilweise arbeiteten Zehnjährige in den Fabriken. Heute ist Kinderarbeit allerdings verboten. Im neunzehnten waren die Eltern die Vorbilder, da die Kinder ihnen am nächsten standen. In der heutigen Zeit stellen die Eltern immer weniger die Vorbilder dar. Durch die Medien sehen die Kinder ihre Vorbilder meist in gut verdienende, berühmten Personen. Nur noch wenige Kinder übernehmen die Geschäfte oder Berufe der Eltern, was zu der damaligen Zeit eine Selbstverständlichkeit darstellte.

Heutzutage sind Kinder bis zum Jugendalter auf ihre Eltern angewiesen. Die Kinder werden erst später selbstständig, während die Kinder damals schon in dem Alter auf sich allein gestellt waren, in dem die Kinder heutzutage noch sehr viel Freizeit haben und spielen können.10

Man kann also sagen dass die Kindheit sich um einiges verlängert hat heutzutage.

Im neunzehnten Jahrhundert waren Kinder mit zehn auf sich gestellt und galten als erwachsen. Heutzutage ist es allerdings so, dass das Jugendalter noch in die Kindheit mitzählt. Kindheit endet in der heutigen Zeit mit sechzehn Jahren, also nach Beendigung der Schulausbildung.

1 http://www.gah.vs.bw.schule.de/leb1800/erzie.htm „Kindheit in der großbürgerlichen Familie“

2 http://www.durchblick-filme.de/stella/04_Familie.htm „Die Rolle der Kinder“

3[http:// http://www.gah.vs.bw.schule.de/leb1800/erzie.htm http://www.gah.vs.bw.schule.de/leb1800/erzie.htm] Die Kindheit im Adel „Kindheit in Arbeiterfamilien“

4 http://www.gah.vs.bw.schule.de/leb1800/erzie.htm „Kindheit in bäuerlichen Familien“

5 (siehe 1) „Kindheit im Adel“

6 http://www.kinderuni-augsburg.de/vorlesungen/SS05/kinder/

7 Siehe Literatur: Vergleich Adel – Bürgertum von Babara Imboden, 2000

8 http://www.kindererziehung.com/Paedagogik/Erziehungsstile/Demokratischer-Erziehungsstil.php

9 http://www.gah.vs.bw.schule.de/leb1800/erzie.htm

10 http://www.kindergartenpaedagogik.de/411.html

FazitBearbeiten

Durch das Ausarbeiten meiner Arbeit wurde ich aufgeklärt, wie das Leben der Kinder im neunzehnten Jahrhundert aussah und wie hart sie es teilweise lebten. Ich muss allerdings sagen, dass ich nicht finde dass das Leben heutzutage besser ist. Es gibt einige Vorteile in beiden Zeitaltern aber in beiden auch viele Nachteile. Wenn ich mir meine Kindheit aussuchen dürfte, dann würde ich eine Kindheit aus den beiden Zeitaltern gemischt haben wollen. Ich finde persönlich, dass viele Kinder heutzutage viel selbständiger sein sollten. Ich würde nicht sagen, dass man schon mit zehn Jahren arbeiten gehen sollte. Allerdings sind viele Kinder heutzutage sogar so abhängig von ihren Eltern, dass sie Entscheidungen nicht selber treffen können. Diese Abhängigkeit blockiert die Kinder in ihrem späterem Leben. Und wenn die Eltern irgendwann nicht mehr da sind, wissen diese Kinder nicht mehr weiter und versinken in ein Loch. Ich muss allerdings erwähnen, dass ich es nicht für gut heiße, dass Kinder distanziert von ihren Eltern leben sollten, wie etwa bei den Adligen. Doch dieser Distanzieren gab es nicht nur damals, auch heute müssen viele Kinder auf ihre Eltern verzichten, wenn diese zum Beispiel den ganzen Tag arbeiten. In diesen Fällen werden die Kinder mit 1 in die Krabbelgruppe gesteckt, mit 3 dann in den Kindergarten und danach in die Schule. Zusätzlich kümmert sich ein Babysitter am Wochenende um die Kinder. Wie man an diesem provokativen Beispiel sehen kann, leben viele Kinder auch heutzutage sehr in Distanz zu ihren Eltern.

Besonders erschreckend erschien mir die Strenge und die Autorität mit der damals erzogen wurde. Ich persönlich bin froh, dass meine Eltern den demokratischen Erziehungsstil bevorzugten. Kinder sollten ihren Eltern schon mit Respekt entgegen treten, allerdings sollten sie meiner Meinung nach nicht untergeordnet sein. Sie sollten ihre Meinung schon äußern dürfen. Ich bin der Ansicht, dass wenn man Kinder mit Respekt und Verständnis entgegen tritt, dass es den Kindern dann am Besten geht und sie dann nicht die Ehre ihrer Eltern verletzen.

Außerdem hat sich die Aussage „Wer sein Kind liebt, der züchtigt es“ als wahr herausgestellt. Diese Aussage trifft auf den Erziehungsgedanken des Neunzehnten Jahrhunderts zu und bestätigt meine Annahme, dass es sich um einen sehr autoritären Erziehungsgedanken handelt.

Durch die Recherche konnte ich einen klaren Unterschied der Erziehung zwischen den verschiedenen Familienformen erkennen und weiß jetzt, dass es den Lebensabschnitt „Kindheit“ im neunzehnten Jahrhundert, so wie wir ihn heute kennen, nicht gab. Kindheit ist heutzutage viel mehr wert.

Meine persönliche Meinung zur heutigen Kindheit ist, dass ich finde dass Kinder viel zu „übererzogen“ werden. Kinder dürfen nicht mehr Kind sein. Ich habe früher gerne im Matsch gebuddelt und alles in den Mund gesteckt was mir zwischen die Finger geriet. Doch heutzutage wird den Kindern ständig mit Feuchttüchern hinterhergelaufen. Zusätzlich dürfen Kinder nicht mehr krank sein. Aufgrund der Arbeit der Eltern werden die Kinder mit Medikamenten zugestopft, obwohl der Körper die Krankheit eigentlich selber bekämpfen kann und muss.

Ich finde keine der beiden Kindheitsvorstellungen gut, doch wenn ich mich zwischen beiden entscheiden müsste, dann würde ich die heutige nehmen, da ich diese Strenge und Autorität verabscheue.

Quellennachweis

Hausarbeit vom 02.01.2015, Marina Vetter, Aliceschule Gießen

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