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VorwortBearbeiten

Die industrielle Revolution und die Entstehung des Weltmarktes mit der Entdeckung Amerikas führten zu gesellschaftlichen Veränderungen, die eine neue Klasse, das Industrieproletariat, und auch neue politische Ideologien, wie den Sozialismus, der sich grob in Kommunismus, Sozialdemokratie und Anarchismus unterteilen lässt, hervorbrachte.[1] In der folgenden Arbeit werde ich zunächst verschiedene Begriffsinterpretationen des Sozialismus definieren und ihren Ursprung erläutern, um dann die Ursachen für die Entwicklung sozialistischen Gedankenguts anhand der Geschehnisse im Vor- bzw. Frühsozialismus aufzuzeigen. Ein Abschnitt wird sich mit der kommunistischen Sozialismustheorie von Karl Marx und Friedrich Engels befassen, um anschließend die Ereignisse bis zur Revolution 1848 in Frankreich und danach zu erläutern. Zuletzt widmet sich noch ein Abschnitt der Geschichte von größtenteils deutschen Arbeitervereinen und sozialistischen Parteien.


[1]' http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialismus

Einordnung: Definition und Prägung des SozialismusbegriffsBearbeiten

Sozialismus  (lat. socialis „gemeinschaftlich“) ist nach Georg Fülberth die „Verfügung einer Gesellschaft über die Produktions- und Zirkulationsmittel sowie über die Erbringung von Dienstleistungen durch den planenden, organisierenden und verteilenden Einsatz von politischen Institutionen.“[1] Der Begriff des Sozialismus lässt viele Interpretationen zu, deswegen werde ich die wichtigsten Unterteilungen aufgreifen.

Einerseits kann er als Organisationsprinzip in der kapitalistischen Gesellschaft aufgefasst werden: Das Privateigentum wird einer politischen Steuerung unterzogen.[2] Diese politische Steuerung stellt auch eine Unterscheidungsart im gesellschaftlichen Eigentum dar, welches staatliche, kommunale oder genossenschaftliche Formen annehmen kann.[3]

Zusätzlich ist der Sozialismus als politische Bewegung und ihre Theorie zu verstehen, die Bestrebungen anstellt, den modernen Kapitalismus zu überwinden, mit welchen Mitteln oder in welchen Maßen dies geschieht, ist je nach Theorie unterschiedlich.

Zuletzt lässt sich der Sozialismus als Gesellschaftsordnung nennen. Hier kann er Formen des Kommunismus, Anarchismus und der Sozialdemokratie annehmen.

Obwohl der Sozialismus oft als Gegenbewegung des Kapitalismus benannt wird, muss man im Bezug auf den Sozialismus als Organisationsprinzip im Kapitalismus diese Aussage verneinen. Fülberth definierte den Kapitalismus als „Funktionsweise von Gesellschaften, die auf der Erzielung von Gewinn und der Vermehrung der hierfür eingesetzten Mittel durch den Kauf und Verkauf von Waren oder auf der Erbringung und dem Verkauf von Dienstleistungen beruhen.“[4] Der Kapitalismus kann eine Produktionsweise oder eine Gesellschaft sein, er stützt sich also nicht nur auf das Privateigentum, sondern wird auch durch einen staatlichen Apparat mit Zöllen, Lohnarbeitsverhältnissen und Sozialgesetzgebung reguliert. Diese Maßnahmen der politischen Institutionen dienen aber dem Fortbestand der kapitalistischen Gesellschaft, denn Kapitalismus bleibt Kapitalismus, solange er dem Sozialismus übergeordnet bleibt. 1848 definierten Marx und Engels den Sozialismus als „eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.“[5] Dies fasst den Gedanken der Gerechtigkeit und Freiheit der Sozialisten gut zusammen, jedoch ist die Vorraussetzung dieser Ideologie die Aufhebung oder Einschränkung des Privateigentums. Der sozialistische Gedanke der Gleichheit handelt von der Aufhebung der Klassen, einer geregelten Arbeitsteilung, der Verfügung der Gesellschaft über die Produktionsmittel und von der Überwindung des die Gesellschaft dominierenden Verhältnisses zum Warentausch und zur Ware-Geld-Beziehung. Die Idee des Sozialismus lässt sich also eher als Aufgabe oder Entwicklung betrachten. Seit 1793 wird in Deutschland für Anhänger des Pufendorfschen Solidaritätsprinzip der Begriff „Sozialisten“ verwendet.


[1]' Georg Fülberth „Sozialismus“ S. 6

[2]' Georg Fülberth „Sozialismus“ S. 6

[3]' Georg Fülberth „Sozialismus“S. 9

[4] Georg 'Fülberth' '2008

[5] Georg Fülberth „Sozialismus“ S. 12

Der Vor- und Frühsozialismus: Ursachen der „sozialen Frage“Bearbeiten

Unter dem Begriff des Frühsozialismus werden sozialistische Ideen, Ideologien und historische Ereignisse vor der Revolution 1848 eingeordnet.[1] Um die Entstehung sozialistischen Gedankenguts zu verstehen, muss man zunächst wissen, dass der Kapitalismus nicht erst mit der Industriellen Revolution begann, sondern bereits als Handelskapitalismus um 1500 bestand. Später, als auch die Agrarproduktion zunehmend kapitalisiert wurde, wurden Weideflächen etc. ausgebaut und die Bevölkerung vertrieben. Dadurch bildete sich eine neue Schicht, die „Paupers“. Dieser Begriff wird vom Pauperismus, einer strukturell bedingten, langfristigen Armut der Bevölkerung zu Zeiten der Frühindustrialisierung abgeleitet.[2] Die erste Gegenbewegung des Kapitalismus stellten die „Digger“, eine Gruppierung während der englischen Revolution 1640, die Siedlungen auf Gemeineigentum gründeten. „Sozialrebellen“ nannte man die Arbeiter, die während der Industrialisierung Maschinen zerstörten, um sich gegen die Ausbeutung zu wehren.  Die Entwicklung des sozialistischen Gedankenguts ging also mit der Entwicklung des Kapitalismus in Europa einher. Im Folgenden werde ich auf einige Philosophen und Rechtsgelehrte eingehen, die den Sozialistenbegriff weiter geprägt haben.

Arbeiterfamilie in notduerftiger unterkunft fotografie um 1900 original

Verhältnisse der Arbeiter

1762 wurde von Jean-Jaques Rousseau der „Contrat social“ verfasst, eine Theorie, in der der Staat auf dem Vertrag freier Individuen beruht, die sich aber dem Gemeinwillen (der Gerechtigkeit) zum Wohle aller beugen.[3] Henri de Saint-Simon (1760-1825) benannte die Arbeiterschaft und die Industriellen als die einzigen produktiven Klassen, die gemeinsam die Gesellschaft organisieren und Charles Fourier (1872-1837) wollte die neue Gesellschaft auf lebensgemeinschaftlichen Genossenschaften gründen. Reformen führte Robert Owen (1771-1858) in einer von ihm geleiteten Fabrik durch und in seiner Kolonie in den USA versuchte er genossenschaftliche Ideen zu verwirklichen. Einer der ersten Vertreter des Anarchismus war Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865), der die Freiheit durch die Beseitigung von ökonomischer Abhängigkeit und dem Staat zu erreichen begründete. Zu Zeiten der Industrialisierung trat in Großbritannien bereits eine große soziale Bewegung auf, die von Gewerkschaften und religiösen Vereinen gestützt wurde. Es folgte ein Koalitionsverbot und Gefängnisstrafen, doch die Verbände blieben bestehen. 1803 gab es fast zehntausend Organisationen mit mehr als 700.000 Mitgliedern. 1819 kam es zu einer Kundgebung mit etwa 60.000 Menschen und die Behörden forderten Truppen an. Die erste organisierte Massenbewegung des Proletariats in England stellten die „Charter“ um 1830/40, sie forderten ein allgemeines Männerwahlrecht und eine Begrenzung der Arbeitszeit, woraufhin 1847 ein Gesetz über den Zehnstundentag erlassen wurde. Man erlaubte schließlich die Bildung von Gewerkschaften, das Proletariat hoffte jedoch weiterhin auf politische Mitsprache, bis 1838 schließlich das allgemeine Männerwahlrecht („People’s Charter) eingeführt wurde. Die Oberschicht konnte die Mitsprache des Proletariats aber nicht akzeptieren und die Chartistenbewegung zerfiel in radikale Gruppierungen und andere Ausrichtungen, während die Behörden mit Verhaftungen und Gerichtsverfahren vorgingen. Die nicht-radikalen Chartisten legten Vorschläge für eine Volksvertretung vor, welche vom Parlament abg

Kinderarbeit

Kinderarbeit

elehnt wurden.

Ein Arbeitsminister während der französischen Revolution, Louis Blanc (1811-1882), versuchte durch gesetzliche Reformen, wie z.B. die Einführung eines Mindestlohns oder die Errichtung von Nationalwerkstätten, die Arbeiterklasse an der Führung zu beteiligen oder ihr diese sogar zu gewährleisten. Die Nationalwerkstätten sollten jedoch aufgehoben werden und deswegen erhob sich die Arbeiterschaft, die niedergeschlagen wurde.[4]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialismus

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Pauperismus#Erkl.C3.A4rungsversuche

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Gesellschaftsvertrag_oder_Prinzipien_des_Staatsrechtes

[4] Georg Fülberth „Sozialismus“

Der marxistische SozialismusBearbeiten

Nachdem die industrielle Revolution abgeschlossen war, hatten sich der Kapitalismus und somit auch seine Gegenbewegungen umgeformt, beispielsweise wurden die Ideen von Marx und Engels, die in diesem Teil weiter erläutert werden sollen, immer bedeutungsvoller.

Marx war Linkshegelianer, also war er der Meinung, dass der preußische Staat nicht den Abschluss dialektischer Entwicklungen (Industrialisierung, Bürokratie) darstelle, sondern weitere Änderungen erfordere, beispielsweise das Ende der Diskriminierung von nicht-protestantischen Religionen oder der Armut. 1841 wurde Marx von der Fakultät in Jena zum Doktor der Philosophie promoviert. Er  arbeitete bei der Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe, die weitreichende politische Strömungen aufweiste. 1842 übernahm Marx die Redaktion, doch aufgrund der Karlsbader Beschlüs

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Marx und Engels

se unterlag die Presse der Zensur, sodass das Erscheinen der Zeitung letztlich verboten wurde.

1843 floh Marx aufgrund der Zensur nach Paris, wo er sich mit Friedrich Engels anfreundete, doch die preußische Regierung erreichte 1845 die Ausweisung Marx' aus Frankreich, sodass er nach Brüssel ziehen musste.[1]

Dort verfasste er Theorien zu ökonomischen Verhältnissen unter Betrachtung bereits vergangener historisch-ökonomischer Geschehnisse und prägte den Begriff des Klassenkampfes. Er war der Meinung er könne die kapitalistische Gesellschaft rein wissenschaftlich analysieren und somit ihre Entwicklung feststellen. Deswegen befasste sich Marx und Engels Theorie zum „dialektischen Materialismus“ mit den Kämpfen zwischen den Klassen und ihren Ursachen, die die Entwicklung der Geschichte erfassen. Das „Prinzip der historischen Vernunft“ hat durch die Bourgeosie den Feudalismus überwunden und müsse so zum Sozialismus führen. Engels fasste den Kommunismus als Arbeiterbewegung, den Sozialismus als Bourgoesiebewegung zusammen.

Als 1848 das von Karl Marx und Friedrich Engels im Auftrag des „Bundes der Gerechten“ verfasste „Kommunistische Manifest“ erschien, benannte dieser sich in den „Bund der Kommunisten“ um. Das Manifest der kommunistischen Partei beschreibt die bisherige Geschichte und gesellschaftliche Entwicklung als Geschichte von Klassenkämpfen zwischen Kapitalisten und Proletariat, Bauern und Adel. Eine kommunistische Revolution über die Unterdrücker des Proletariats (Fabrikherren, Unternehmer) bedeute ein Ende der Ausbeutung, indem der Bourgeoisie (Bürgertum) die Produktionsmittel genommen werden und sie somit entmachtet wird. Das Ziel sei eine klassenfreie Gesellschaft ohne Ausbeutung und politische Gewalt, nach Marx also eine kommunistische Gesellschaft. Das kommunistische Manifest war ein Aufruf für Proletarier weltweit, denn Marx sah die Revolution 48/49 als Vorrevolution der proletarischen Weltbewegung und rief die deutsche Arbeiterschaft zur Unterstützung auf. Jedoch war sein Apell für die Revolution eher unbedeutend und der Bund wurde letztendlich aufgelöst, allerdings wurde seine Idee langfristig international in verschiedenen Auslegungen von kommunistischen und sozialistischen Parteien übernommen. Marx wandte sich daraufhin seiner Kapitalismusanalyse zu und veröffentlichte 1867  weiterführende Gedanken seiner Theorie in den 3 Bänden des „Kapitals“. Im März 1883 stirbt er in London.[2]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx#Jugend_und_politische_Anf.C3.A4nge_.281818.E2.80.931843.29

[2] Auszug aus eigener Arbeit zum kommunistischen Manifest aus dem Geschichtsunterricht

Die 1848er RevolutionBearbeiten

In Frankreich kämpften 5 bis 6 Millionen Beschäftige für bürgerliche Werte. Louis Blanc wurde nach den Wahlen im mai 1848 aus der Regierung entlassen und wurde Mitglied einer Kommission, jedoch konnte er dort keine Verbesserungen der Lage der Arbeiterschaft erreichen. Sein Projekt, ein Ministerium für Fortschritt und Arbeit aufzuziehen wurde beendet. Die Beschäftigten dieser Nationalwerkstätten und andere Proletarier erzeugten einen Aufstand, den das Militär im Juni 1848 mit mehreren tausend Toten und etwa 10.000 zur Deportation oder Gefängnishaft verurteilten Demonst

20080123-mocznay 1848
ranten niederschlug. Die „bürgerliche“ Revolution war ein Rückschlag für den sogenannten „Vierten Stand“ und für die Theoretiker, die sich eine Veränderung wünschten.[1]


[1]Sozialismus – Profile“ von Hannes Leidinger, Verena Moritz, S.65 f.

Sozialistische Parteien und Arbeiterbewegungen in DeutschlandBearbeiten

In Deutschland erfolgte die Industrialisierung erst später und im Gegensatz zu Frankreich und England gab es keine erfolgreiche Bürgerrevolution und der Deutsche Bund bestand aus 39 souveränen Staaten, die sich wirtschaftlich voneinander abgrenzten. Als 1834 der deutsche Zollverein gegründet wurde, stellte dies einen ersten Schritt in Richtung geeinter Wirtschaftsverbände dar. Durch die Maßnahmen der Restauration (Wiederherstellung der Verhältnisse vor der Revolution) wurden nationale und demokratische Bewegungen zerschlagen und verfolgt. 1807 wurde die Leibeigenschaft abgeschafft und Bauern konnten sich nun von ihrem Grundherren freikaufen (Bauernbefreiung), was aber zur Folge hatte, dass vielen Bauern ihre finanziellen Mittel nicht mehr ausreichten und die Grundherren gestärkt wurden. Daraufhin mussten die Bauern  als Tagelöhner bei den Gutsherren arbeiten, das Landproletariat entwickelte sich.[1] Mit dem Aufschwung der Handwerks- und Textilindustrie wurde die Gewerbefreiheit eingeführt, wodurch einige Handwerker zu Unternehmern wurden, doch viele Berufszweige waren überbesetzt und der Lohn blieb aus. Vor 1850 war die Industrialisierung und die Entwicklung des Sozialismus in Deutschland jedoch eher schwach, bis auf Preußen, das die meisten Industriearbeiter beschäftigte. Es gab jedoch soziale Hilfsorganisationen, wie z.B. Krankenkassen. Erste Proteste fanden seit 1840 statt, wie beispielsweise der Weberaufstand von 1844. Die Weber protestierten gegen Lohnkürzungen, indem sie vor einer Fabrikantenvilla sangen. Als die Sänger mit Ziegeln beschmissen wurden und keine Verhandlungen in Aussicht waren, stürmten sie die Villa. Diese Unruhen griffen auch auf auswärtige Weber über, bis das preußische Militär den Aufstand auflöste.[2]

Organisierte deutsche Arbeiterbewegungen formierten sich zunächst  im Ausland, wie auch 1832 der Deutsche Volksverein in Paris, bestehend aus Kaufleuten, Handwerkern und geflüchteten deutschen Intellektuellen. Aus diesem Verein formte sich 1834 der Bund der Geächteten, da in Frankreich das Vereinsgesetz verschärft worden war, und 1836 wurde daraus der Bund der Gerechten unter Karl Schapper und Wilhelm Weitling, der 1847 mit Karl Marx zum Bund der Kommunisten wurde. Weitling war einer der bedeutendsten Frühsozialisten, er forderte z.B. die Abschaffung des Geldes und die Aufhebung der nationalen Grenzen.

Eine wichtige Person in der Bildung von Arbeiterparteien war Ferdinand Lassalle, der schon in frühen Jahren Deutschland als einen „großen Kerker mit Menschen, deren Rechte von Tyrannen mit Füßen getreten werden“ beschrieb.[3] Er war ein Anhänger Hegels und tauschte sich mit Engels und Marx aus. Außerdem schrieb er Artikel für die Rheinische Zeitung, für die Marx auch schrieb. Auf

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Ferdinand Lassalle

grund seiner Texte wurde er einige Male verhaftet. Mit einem von ihm 1851 illegal gegründeten Zirkel propagierte er sozialistische Ideen und gründete im Mai 1863 den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV). In Frankfurt gab es erstmals einen Vereinstag deutscher Arbeitervereine. August Bebel, ein sozialistischer Politiker und Publizist, wird 1867 Präsident des Vereinstages. Er gründete vorher die Sächsische Volkspartei, die sich vor allem um den Anschluss an internationale Arbeiterassoziationen bemühte. 1869 wurde die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) unter Aufsetzung des Eisenacher Programms gegründet. Ihre Interessen lagen hauptsächlich in der Abschaffung der Klassenherrschaft und waren antipreußisch gesinnt. Die ADAV blieb als Abspaltung zurück. 1871 trat er zurück, da er einen Zusammenschluss von SDAP und ADAV für nötig hielt, um die eigentlich gemeinsamen Ziele zu erreichen. 1875 konnte dies unter Bildung der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) verwirklicht werden.

Der Aufschwung der Sozialisten hatte ein Sozialistengesetz zur Folge, das jede außerparlamentarische Tätigkeit und gewerkschaftliche Organisation der Sozialdemokraten untersagte, wodurch eine Radikalisierung in der Gesellschaft erfolgte. Als dieses Gesetz 1980 nicht erneuert wurde, setzt August Bebel den Appell, die sozialen Gedanken auch über die Arbeiterschaft hinauszutragen.

1891 kam es zu einem Parteitag in Erfurt, dessen Programm an den Theorien Marx’ angelehnt war und Sozialreformen forderte. 1890 bis 1912 stellte die SAP die stärkste Reichtagsfraktion in Deutschland.


[1] Axel Kuhn „Die deutsche Arbeiterbewegung“ S.26

[2] Axel Kuhn „Die deutsche Arbeiterbewegung“ S.31 f.

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Lassalle

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