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EinleitungBearbeiten

Zu Beginn möchte ich die Frage klären warum ich dieses Thema gewählt habe.

Zum Einen wegen meinem Interesse an Kindern, sowie ihrem Spiel. Aber auch den Nutzen, welches das Spiel auf das Kind hat, für das Bewusstsein seiner Aufgaben im späteren Leben.

Um dies an einem, für uns allen bekannten Beispiel zu erläutern: Mädchen bekommen oft Puppen zum Spielen, Jungen hingegen nicht, sondern eher Bauklötze oder eine kleine Werkbank. So sollen die Kinder sich schon im Kleinkindalter an ihre Rollen Hallo als Mutter und Hausfrau oder die späteren Männer als Werkler und praktische Arbeiter, welche das Geld ins Haus schaffen einfinden und anpassen. Jedoch möchte ich an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten, da ich später noch einmal darauf zurück kommen möchte.

Zum Anderen ist aber auch bemerkenswert, das Kinderspielzeug im Wandel vom 19. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit zu betrachten. Wie sich das Spielzeug, aber auch das Spiel durch die beginnende Massenproduktion verändert sowie die Motive für das Spielen, nämlich als Lernwert.

Um nochmal besonders den neuentdeckten Wert von Spielzeug, in Form von Förderung der kindlichen Gesundheit, Phantasie als auch der Feinmotorik hervorzuheben, stelle ich des Weiteren den Spielzeugpädagogen Friedrich Fröbel vor und dessen Menschenbild.

Doch nicht alles in der Geschichte des Spielzeugs erlebt einen Wandel, so wie zahlreiche Kinderspiele, die im 19. Jahrhundert und auch heute noch gerne von den Kleinen gespielt werden.

Was ist das Spiel? - Und wozu dient es?

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Spielen ist eine Spaß bereitende Beschäftigung, welche allein, aber auch mit mehreren zusammen ausgeübt werden kann. Das Spiel ist nicht nur unter uns Menschen zu finden, sondern auch in der Tierwelt zu beobachten, wenn beispielsweise junge Füchse miteinander raufen.

Durch das Spielen bekommt der Mensch ein Gefühl vom Freisein und kann in eine Welt entfliehen, in eine vollkommene, aber dennoch zweckfreie Welt.[[|1]] Jedoch wird das „Zweckfreie“ aus andern Quellen auch immer wieder angezweifelt, da das Spiel wichtig ist, um sich gut und gesund zu entwickeln.

Das Spielen bereitet Freude, da es Ordnung schafft. Eine Spielweise ist laut „Aus Münchener Kinderstuben 1750-1930“ sinnvoll, dennoch zweckfrei. Doch das Spiel hat nicht nur schöne Seiten, sondern bindet einen auch in eine Verpflichtung, etwa das Spiel beizubehalten und nicht vorzeitig zu beenden. Es besteht zu dem die Möglichkeit zu verlieren.[[|1]] Durch dieses Risiko lernt man jedoch auch, mit Niederlagen umzugehen. Spiele unterstützen die soziale Kompetenz und sie sind wichtig, um erwachsen zu werden, da sich viele Verhaltensweisen aus dem Spiel im Alltag wiederfinden.[[|2]]

So verzweifelt man nicht gleich, wenn man beispielsweise bei „Mensch ärgere Dich nicht“, nicht zuerst alle vier Männchen in seinem Häuschen hat oder kann sich gar mit ihm ein wenig freuen. Man lernt sich geschlagen zugeben und dies zu akzeptieren, auch Abstand dazu zu entwickeln und das Spiel nur als relativ zu sehen.

Doch wenn die Rede vom Spiel ist, ist nicht nur das altbekannte Brettspiel damit gemeint, sondern es gibt noch einige Formen mehr vom Spielen, wie etwa Mannschaftsspiele, wie Völkerball, Gruppenspiele, wie die Reise nach Jerusalem ,stille Post,Verstecken oder Fangen, aber auch ausgedachte Spiele, wie das zusammenspielen mit Puppen oder Mutter-Vater-Kind, ein gemeinsames Projekt eine Höhle zu bauen oder ein Loch zu graben. Allein kann man auch spielen, mit Steinchen, Rätseln oder beispielsweise einer Puppe. Das Spiel ist sogar zum Beruf geworden, als das Schauspielen im Theater oder Fernsehen.

Das Spiel findet oft in einer Gemeinschaft statt, aber man kann auch allein spielen. Das Spiel wird meist von Regeln beherrscht, an welche sich gehalten werden muss. Diese sind vorgegeben wie bei Gemeinschaftsspielen etwa Fußball oder Schach. Sie können aber auch bloß ein Ziel verfolgen, an dem sich orientiert wird, wie beim Bauen eines Turmes aus Klötzchen.[[|3]]

Lernen und Spielen liegen nahe beieinander, da durch das Spielen kognitive, wie motorische Fähigkeiten gefördert werden. Diese Erkenntnis setzte sich Ende des 18. Jahrhunderts durch und es wurde eine neue Art des Spielzeugs entwickelt, um genau dies in der Entwickelung besonders zu unterstützen.[[|3]]

Kindern wird oft schon im Kleinkindalter durch ihr Spielzeug gezeigt, was auch in ihrem späteren Leben ihre Aufgabe sein soll und was man von ihnen erwartet. Kinder sollen sich darauf einstellen und sich mit dieser Anforderung auseinandersetzten sowie schon von klein auf daran gewöhnen.[[|2]]

So bekommt der Sohn zu einer kriegsbegeisterten Zeit Miniatursoldaten zum Spielen, welche er gegeneinander kämpfen lässt und die Tochter eine Puppe, um welche sie sich fürsorglich kümmert.

Man kann also sagen, dass Kinder spielend an das erwachsenen Alter und ihre Rollen herangeführt werden.

Spielzeug und Zeug zum Spielen

Man unterscheidet beim Spielen das „Spielzeug“ von dem „Zeug zum Spielen“.

Das Spielzeug kann ein Kreisel oder ein Teddy-Bär sein, etwas, was gewerblich in einem größeren Umfang hergestellt worden ist. Es wurde bewusst zum Spielen entwickelt.

Zeug zum Spielen hingegen ist etwas, was mit Fantasie zu etwas gemacht worden ist, was es darstellen soll. So kann ein Zweig ein Zauberstab sein oder das Springseil eine aggressive Giftschlange. Dies kann ganz individuell sein, da diese Gegenstände meist nicht direkt zum Spielen gedacht sind, sondern jede Gestalt annehmen können, welche man ihnen durch seine Fantasie zuschreibt.[[|2]]

Kinderspiele – Im 19. Jahrhundert gespielt und auch noch heute bekannt

Nun werde ich einige Spiele erklären welche im 19. Jahrhundert bekannt waren und gespielt wurden, aber auch heute noch auf Kindergeburtstagen für Spaß sorgen. Dabei greife ich auf das Werk „Spiele aus Großmutters Zeit – Für Kinder von heute entdeckt“ von Heike Baum zurück.

Stille Post:

Stille Post kann man schon ab drei Jahren spielen und man benötigt mindestens vier Mitspieler. Je mehr Kinder mitspielen desto lustiger ist das Spiel. Es geht darum, dass sich ein Kind ein Wort oder einen Satz ausdenkt und diesen seinem Nebenmann zuflüstert. Auch dieser gibt sein Verstandenes an den Nächsten weiter. Dabei sitzen die Kinder in einem Kreis. Der Letzte der an der Reihe ist, spricht das von ihm gehörte Wort oder den von ihm gehörten Satz laut aus.

Das Gesagte kann dann das Gleiche sein, was das erste Kind sich ausgedacht und geflüstert hat, aber oft kommen auch ganz andere Wörter heraus, welche sich ähnlich anhören aber sinnverdreht sind. Wenn das Letztere geschieht und kuriose Wörter entspringen kann das Spiel sehr lustig sein. Deswegen macht Stille Post um so mehr Spaß, je mehr Mitspieler das Wort weiter flüstern, da so die Wörter mit noch größerer Wahrscheinlichkeit verändert werden.[[|4]]

Schatzberg oder auch Mehlschneiden genannt:

Für dieses Spiel benötigt man man einen Ring, ein Messer und Mehl, eventuell Süßigkeiten. Das Mehl wird zu einem Haufen geformt, auf dessen Spitze der Ring gelegt wird. In dem Berg können je nach belieben auch Süßigkeiten wie Bonbons vergraben werden, was das Spiel noch reizvoller macht.

Es spielen drei bis vier Kinder, welche schon mindestens vier Jahre alt sind um einen Tisch, auf dem der Mehlberg aufgebaut ist. Nacheinander sind die Kinder dran mit dem Messer etwas von dem Hügel abzuschneiden. Am liebsten ein Stück mit einer Schnackelei drin, die danach einem selbst gehört und man verzehren darf. Dabei soll jedoch nicht der Ring auf der Spitze zu Fall gebracht werden. Geschieht dies, hat derjenige verloren.. So muss mit hoher Achtsamkeit an das Spiel herangegangen werden. Wer also zu gierig ist, bei dem fällt der Ring.

Auch kann mit Taktik vorgegangen werden, indem man soviel wie möglich wegschneidet, so dass der Ring nur noch instabil auf dem Mehlberg liegt und beim nächsten Schneider hinunter rutscht. [[|4]]

Die Reise nach Jerusalem:

Es handelt sich um ein sehr beliebtes Spiel, welches auch heute noch sehr bekannt ist. Man benötigt für den Spielaufbau Stühle und Musik. Die Stühle werden in der Mitte eines Raumes aneinander gestellt, sodass Lehne an Lehne steht. Die Anzahl der Stühle richtet sich nach den Kindern die mitspielen. Es muss immer ein Stuhl weniger sein als Mitspieler, damit das Spiel funktioniert.

Die Musik beginnt. Alle Kinder laufen im Kreis in eine Richtung um die Stühle. Sie sind auf dem Weg nach Jerusalem. Stoppt die Musik plötzlich, muss sich jeder schnell einen freien Platz suchen und sich auf den Stuhl setzen. Derjenige der übrig bleibt und keinen Sitzplatz mehr erwischt hat muss ausscheiden aus dem Spiel und kann nicht weiter mit nach Jerusalem reisen.

Mit dem Kind wird auch ein Stuhl aus der Mitte genommen, damit in der nächsten Runde wieder ein Spieler ausscheidet. So setzt sich das Spiel immer weiter fort, bis nur noch ein Kind übrig geblieben ist. Dieses ist der Sieger des Spiels.

Besonders aufregend ist Die Reise nach Jerusalem, wenn derjenige, welcher die Musik bedient, die Zeiten beim Abspielen variiert, damit die Spieler sich nicht nach einem gleichen Zeitrhythmus orientieren können und dadurch Vorteile beim Platzsuchen haben. Sie müssen allein auf ihr Gehör achten, was durch den Tumult des ständigen Gedränges um die Stühle und die Spannung, noch einen Platz zu erwischen, gar nicht so leicht ist.[[|4]]

Der Heidebauer:

Der Heidebauer ist auch ein lustiger Zeitvertreib und lässt sich überall spielen.

Vor Spielbeginn wird ein Erzähler ermittelt. Die anderen Kinder sind die Zuhörer und bekommen jeweils einen Begriff aus der Landwirtschaft zugeteilt. Zum Beispiel Peter die Kuh, Lotte die Heugabel und so weiter.

Nun beginnt der Erzähler eine Geschichte vorzutragen, welche er sich spontan ausdenkt. In dieser Geschichte tauchen auch die vorher ausgemachten Wörter der Kinder auf, sowie „Der Heidebauer“. Die Spieler müssen genau zuhören. Fällt ihr zugeteiltes Wort muss derjenige in die Hände klatschen. Fällt das Wort „Heidebauer“ müssen alle Zuhörer klatschen. Derjenige der zu spät oder an einem falschen Zeitpunkt, beispielsweise zu einem anderen Wort klatsch hat für diese Runde verloren. Nun ist er Erzähler und knüpft an der vorherigen Geschichte an oder beginnt einen Neue. Auch neue individuelle Begriffe aus der Landwirtschaft werden an die Zuhörer vergeben.[[|4]]

Bilderlotto:

Aus dem Bilderlotto entwickelte sich in Amerika im 19. Jahrhundert aus dem ähnlichen amerikanischen Lotteriespiel das Bingo.

Zum erstmaligen Spielbeginn ist das Bilderlotto etwas aufwendig, wenn man sein Spielmaterial selbst basteln möchte.

Man benötigt dafür gleiche Bilder, beispielsweise aus zwei Gartenkatalogen und Karton. Die Bilder werden ausgeschnitten und auf die Kartons geklebt, sodass jeweils zwölf unterschiedliche Bilder auf einem Karton sind. Die gleichen Bilder dazu sind auf dem anderen Karton. Nun wird einer der Kartons zerschnitten, dass einzelne Bilderkärtchen entstehen und das Bilderlotto ist fertig erstellt. Jeder Spieler bekommt nun einen ganzen Karton mit Bildern zugeteilt.

Wer seine Tafel zu erst mit den passenden Kärtchen voll hat, hat das Bilderlotto gewonnen.

Im 19. Jahrhundert stellte das Bilderlotto ein beliebtes Lernspiel dar, da es die Wahrnehmung der Kinder fördern sollte.

So entstanden noch mehr Formen des Lottos, wie das Zahlenlotto, bei dem eine bestimmte Anzahl von Gegenständen abgebildet ist und man sich auf die Zahl bezieht. Beispielsweise sind drei Pflaumen auf dem Kärtchen zusehen, wozu das passende Gegenstück auf der Tafel die Zahl drei wäre.

Dann gibt es noch das Buchstabenlotto, welches sich auf den Anfangsbuchstaben des Bildes bezieht, wie am Beispiel der Pflaume das „P“.

Bei dem Rechenlotto, wird eine Rechnung auf einem Kärtchen gezeigt und das Ergebnis steht auf der Tafel.

Zu guterletzt möchte ich noch das Leselotto vorstellen, bei welchem eine geschriebene Geschichte auf dem Kärtchen abgebildet ist und man das passende Bild dazu auf seiner Tafel suchen muss.[[|4]]

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Einfluss der Industrialisierung auf das Spiel                 [1]

Das Zeitalter der industriellen Revolution hatte auch Auswirkungen auf die Kinderwelt.

Durch die beginnende Industrialisierung zwischen 1815 und 1835, kam Schwung durch ihre neuen Technologien in die Herstellung von Spielzeug.

Im 19. Jahrhundert gab es erstmals Orte mit Massenproduktion für die Spielwarenherstellung. So wurde in der waldreichen Region des Erzgebirges 1850 die erste große Holzspielwarenfabrik gegründet. Der Fortschritt der Spielzeugherstellung durch die Industrialisierung hielt an. Die damals noch junge Firma Märklin brachte die ersten schienengebundenen und dampfbetriebenen Spielzeugeisenbahnen auf den Markt. Diese wurden Jahrzehnte später auch elektrifiziert.

Im guten Hause besaßen die Buben nun Dampfmaschinen, mit welchen sie spielten und die Mädchen zierlich eingerichtete Puppenhäuser sowie die ersten serienmäßig hergestellten Puppen.

Auch das Blechspielzeug kam auf den Markt, welches leicht in alle möglichen Formen gepresst werden konnte und danach bemalt wurde. So entstanden aus dem dünn gewalzten Blech Menschen, Tiere, Häuser und Fuhrwerke in hohen Auflagen.

Durch die Industrialisierung veränderte sich das Spiel. Nicht nur dass das Spielzeug nun für jeden zugänglich gemacht wurde und sich dadurch alle Klassen Spielzeug für ihre Kinder leisten konnten, denn durch die Massenproduktion wurden die Spielwaren zu preiswerten Artikeln. Nicht nur die wohlhabend Eltern hatten die Chance ihren Kindern das Spiel mit gefertigten Spielsachen zu ermöglichen, sondern auch die Leute, welche nicht viel Geld ausgeben konnten. Es wurden auch mehr und viele verschiedene Spielzeuge entworfen und produziert, so dass die Konsumenten eine große Auswahl an Spielzeugwaren hatten. Durch diesen Überfluss, welcher bei der Massenproduktion entsteht, kann aber auch die Besonderheit am Spielzeug schwinden sowie eine Unpersönlichkeit hervorgerufen werden. Das Spielzeug ist nicht mehr so individuell, keine Handarbeit und auch kein Luxusartikel mehr. Es wird gewöhnlich und jeder kann es haben.

Als Fazit lässt sich also zusammenfassen, dass die Industrialisierung die heutige Welt des Spielzeugs grenzenlos, sowie klassenlos gemacht hat. Spielzeug wurde für weite Teile der Bevölkerung zugänglich gemacht , aber durch die Massenproduktion unpersönlicher und weniger individuell.[[|2]]

Spielzeugproduktion – Der Markt boomt

Nürnberg wird zur deutschen Spielzeug-Hauptstadt

Das Spielzeug aus Holz:

Ein beliebtes Naturmaterial für die Spielzeugherstellung war Holz und fand in der Massenproduktion immer mehr Verwendung. Durch die Abhängigkeit von Holz siedelten sich die Produktionsstätten für Holzspielwaren in waldreichen Regionen von Thüringen an, sowie im sächsischen Erzgebirge, im Alpenvorland und in Nürnberg. Außerdem fertigte man standortbedingt auch in Augsburger Manufakturen, welche sich auf Holz spezialisierten, Spielwaren an.

Vor allem war in Nürnberg die Nachfrage nach Docken sehr hoch. Docken sind gedrechselte oder geschnitzte Puppen aus Holz. Sie wurden gut verkauft und auch von weither bestellt.

Zu den Docken wurde auch passendes Zubehör und Dockenhäuser gebaut und verkauft.

Blei- und Zinnfiguren – Die Zinnwelt von Nürnberg:          [2]

[http://www.google.de/imgres?imgurl=https%3A%2F%2Fwww.planet-wissen.de%2Fsport_freizeit%2Fspiele_spielzeug%2Fgeschichte_spielzeug%2Fimg%2Ftempx1_spielzeug_soldat_g.jpg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fwww.planet-wissen.de%2Fsport_freizeit%2Fspiele_spielzeug%2Fgeschichte_spielzeug%2Fzinnfiguren.jsp&h=348&w=450&tbnid=IQOOGP-9TZwcOM%3A&zoom=1&docid=l6yVgcc_y5YPhM&ei=_qb9VJq9N4nlywOzloLgCw&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=341&page=2&start=33&ndsp=30&ved=0CJ0BEK0DMCg ]


Über 60 Hersteller produzierten diese Figuren, dabei stellten Nürnberg und Fürth das Zentrum der deutschen Blei- und Zinnfigurenherstellung dar. Im 19. Jahrhundert erlebte die Anfertigung von diesen Spielwaren einen wahren Boom. Sie verkauften rund 40 Millionen Figuren, auch in das Ausland.

Diese Nachfrage lässt sich durch die Kriegsbegeisterung im Volk erklären.

Die jungen Buben sollten schon von klein auf mit dem Krieg in Berührung gebracht werden und dies möglichst positiv. Durch die verharmlosenden Kriegsvorstellungen der Kinder legitimierten sie spielerisch die Trennung von Gut und Böse, von Feind und Freund sowie das unbeschwerte töten und vernichten der gegnerischen Truppen. So wurde man schon als Kind auf den Krieg vorbereitet.

Dieses Spiel wurde immer beliebter, besonders begehrt in der Oberschicht der Gesellschaft.

Also auch die reale Welt beeinflusst sowohl das Motiv des Spiels als auch das Spielzeug.

Im 18. Jahrhundert setzen sich immer mehr einheitliche Uniformen mit festen Farben durch, zur Erkennung der Waffengattung sowie der Landeszugehörigkeit. Dies spiegelte sich daraufhin auch bei den Miniatursoldaten wieder. Durch die nun erkennbare Truppenzugehörigkeit, stieg auch der Verkauf der Zinnsoldaten an.

Durch die aufkommenden Manufakturen, kam es zu einer effektiven Arbeitsteilung, sodass schließlich im 19. Jahrhundert die Zinnfiguren für jeden erschwinglich wurden.

Nach dem napoleonischen Krieg, ab 1815, wurden vermehrt friedliche Themen aus Blei- und Zinnfiguren produziert und auf den Markt gebracht.

Jedoch stieg die Nachfrage nach militärischen Figuren mit dem Krimkrieg 1854, dem deutsch- dänischen Krieg im Jahre 1864, den um 1866 geführten deutsch- österreichischen Krieg und besonders dem deutsch- französische Krieg, welcher 1870/1871 herrschte.

Doch auch die deutsche Kolonialpolitik und der Traum von fernen Ländern wurde in Nürnberg in Zinn gegossen.

Durch die berühmte Zinnwelt von Nürnberg, wurde auch die gängige Zinnfigurengröße von 30 Millimetern bestimmt, welche daher den Namen „Nürnberger-Maß“ trägt.

Zusammengefasst erfahren die Blei- und Zinnsoldaten ihre Hochphase bis zum Ersten Weltkrieg, besonders in den ersten Monaten, in welchen ständige Errungenschaften zu vermerken sind. Später, mit den zunehmenden Schreckensmeldungen von der Front, schwindet auch das Interesse und die Nachfrage der Spielzeugsoldaten.

Heute ist der Zinnwelt keine Grenze gesetzt und auch Erwachsene sind begeisterte Sammler der Figuren geworden.[[|2, b]]

Das Blechspielzeug – Die Eisenbahn:

Nürnberg ist aber auch durch sein Blechspielzeug, was auf dem Markt kam zu der deutschen Spielzeug-Hauptstadt geworden. Dadurch, dass das dünn gewalzte Blech leicht in fast jede Form gepresst werden konnte und nur noch anschließend bemalt wurde, ließ sich dieses Spielzeug leicht produzieren. Die Krönung unter den Blechspielzeugen war jedoch das Dampfmaschinchen. Es wurde mit Spiritus beheizt und konnte auch noch andere Spielzeuge antreiben.

Auch heute noch bereitet dieses Spielzeug im Retro-Design bei vielen Erwachsenen große Freude.

Die Eisenbahn verband im 19.Jahrhundert die Städte miteinander und stellte eine wahre Besonderheit dar. Auch sie wurde zu einem beliebten Kinderspielzeug gemacht. Besonders den Buben wurde sie zum spielen gegeben, welche sie mit großer Begeisterung annahmen.

Zunächst besaß sie einen aufziehbaren Federmotor.

Erst um 1930 wurde die Eisenbahn elektrisiert, was aber das Eisenbahnspielen zu einem völlig Neuen gemacht hat. Nun brauchten die Kinder Hilfe und Kenntnisse, welche sie meist vom Vater bekamen und konnten sich nur noch schlecht mit dieser alleine beschäftigen.[[|2, b]]

Die Puppe:

Auch die Puppe,welche heute noch ein beliebtes Mädchenspielzeug darstellt, erfuhr eine serienmäßige Herstellung im thüringischen Sonneberg in Heimarbeit.

Die Köpfe wurden in feste Formen gepresst und bestanden aus Knetmasse. Später kamen auch Porzellanköpfe dazu und die Körper bestanden aus geschmeidigen, gummiartigen Guttapercha.

Dieser wurde nachher durch Celluloid, von der Firma Schildkröt-Puppen ersetzt.

Der Umsatz der verkauften Puppen stieg stetig. Zu den Puppen konnte man auch Zubehör sowie passende Puppenhäuser kaufen.[[|2, b]]

[http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fupload.wikimedia.org%2Fwikipedia%2Fcommons%2F8%2F82%2FFrederick-Froebel-Bardeen.jpeg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fen.wikipedia.org%2Fwiki%2FFriedrich_Fr%25C3%25B6bel&h=3886&w=2862&tbnid=T9-W1bJqnU_3LM%3A&zoom=1&docid=9N9D2cBUIypVeM&ei=Bab9VL2MCKTqyQPZ7oCQCw&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=1398&page=1&start=0&ndsp=27&ved=0CDYQrQMwAA ]



Neues Spiel als Lernwert 

Friedrich Fröbel, ein Spielzeugpädagoge                    [3]

Eine neue Art von Spielzeug tritt Ende des 18. Jahrhunderts auf, welches durch seinen hohen Lernwert gekennzeichnet ist.



So bekommen Kinder Baukästen zum spielen, welche ihre Feinmotorik unterstützen sollen und ihre Phantasie erweitern sowie sportliche Spielgeräte, um ihre Gesundheit zu fördern.[[|2]]

Der Spielzeugpädagoge Friedrich Fröbel, sticht aus dieser Spielzeug-Neuheit besonders hervor. Er ist Reformpädagoge, Schulpädagoge, sowie der Begründer des Kindergartens, mit dem von ihm als erstes entwickeltem Bildungskonzept der frühen Bildung.[[|5]]

Friedrich Fröbel war ein deutscher Pädagoge und lebte von 1782 bis er im Jahre 1852 in Marienthal starb[[|3, b]]. Fröbel studierte Naturwissenschaften und wollte selbst Architekt werden. Mit 20 Jahren begann er als Lehrer zu arbeiten und entwickelte dort ein schulpädagogisches Konzept, woraufhin er eine Schule gründete.

Erst dann spezialisierte er sich auf die frühe Kindheit. Er erkannte nicht nur die Bedeutung der frühen Kindheit, sondern konzipierte sogar ein einheitliches und schlüssiges Bildungskonzept des Kindergartens, worauf hin Friedrich Fröbel zu dem Begründer des Kindergartens wurde. Eine eigne Spielzeugpädagogik arbeitete er aus und entwarf, stellte her und verkaufte dazu seine pädagogischen Spielzeugmaterialien. Dieses erzieherisch wertvolle Spielzeug ließ sich in speziellen Geschäften erwerben.

Seine Ideen sind in vielen Ländern bekannt und werden dort auch in die Praxis umgesetzt, zum Beispiel in Japan, Australien, Amerika und Großbritannien.[[|5, b]]

Fröbels neu entwickelte Pädagogik beruht auf seinem Menschenbild, welches auch in seinem Werk „Die Menschenerziehung“, begründet steht und im Jahre 1826 veröffentlicht wurde. Darin wird deutlich, dass in allem was existiert ein gemeinsamer göttlicher Ursprung zu Grunde liegt. So leitet der Pädagoge alles ab: Was der Mensch ist, wozu er bestimmt ist und was dies für Konsequenzen für die Bildung und die Erziehung mit sich bringt.[[|5, c]]


Damit seine Ansichten gegenüber seinem Menschenbild, des Wertes des Spiels sowie die Bedeutung und Wichtigkeit der Kindheit noch deutlicher werden, werden nun einige Zitate von Friedrich Fröbel im Folgenden gezeigt, die dies noch einmal hervorheben sollen.

Der Mensch soll kein anderes Streben haben, als auf jeder Stufe ganz das zu sein, was diese Stufe fordert.“

Kinder sind wie Blumen.

Man muss sich zu ihnen niederbeugen, wenn man sie erkennen will.“[[|5, d]]

Leben sucht das Kind.

Darum reizt das Kind das Bunte.

Daher liebt das Kind die Farben in ihren Zusammenstellungen und Einigungen, um dadurch zur Erkenntnis einer inneren Einheit zu kommen.“[[|5, d]]

Der Mensch soll nicht als ein vollendet Gewordenes, sondern als ein stetig sich Entwickelndes nach dem in der Unendlichkeit ruhendes Ziel betrachtet werden.“[[|5, d]]

Spiel ist nicht Spielerei.

Es hat einen hohen Ernst und tiefe Bedeutung.“[[|5, d]]

Fazit – Spiel und Spielzeug im Wandel

Die Ausarbeitung der Hausarbeit hat ergeben das sich das Spiel, wie auch das Spielzeug im Laufe der Geschichte vom 19. Jahrhundert bis heute in das 21. Jahrhundert hinein verändert hat.

Gründe dafür sind die wandelnden Motive einer sich verändernden Gesellschaft. Zum Beispiel das heranführen an den Krieg: Früher in Deutschland Kriegsbegeisterung – Heute erfährt der Krieg eher Ablehnung. Auch durch die Industrialisierung und die daraus entstehenden Spielzugfabriken, welche Massenware aus den Spielzeugartikeln gemacht haben[[|2]].

Spielzeug ist nun für jeden zugänglich, was den Vorteil mit sich bringt die Klassifizierung der Kinder im Kleinkindalter zu vermeiden, da das Spielzeug als Massenprodukt billig geworden ist. Dennoch kann dies auch ein Abbruch für den Wert der Spielsachen sein, da sie nun auch unpersönlicher und gewöhnlich geworden sind. Es hat den Ruf vom Luxusartikel von Früher verloren, vor der Industrialisierung, als sich das Spielzeug noch nicht jeder leisten konnte und vor allem noch nicht im Übermaß, wie es heute ist.

Es kommen immer mehr verschiedene und neue Spielartikel auf den Markt, was auch in Zukunft noch sein wird, was das Spiel der Kinder verändert.

Auch die „Entdeckung“ der Kindheit und das Bewusstsein dafür, vor allem durch Friedrich Fröbel, zeigt eine Veränderung. Das Spielzeug hat den bestimmten Zweck bekommen, das Kind in seinen Entwicklungsphasen zu unterstützen und zu fördern[[|5]]. Früher ging es nur um die bloße Beschäftigung der Kinder sowie eine Vorbereitung und Einführung auf ihr späteres Leben. So entstanden durch die typischen Rollenverteilungen von Mann und Frau auch die typischen Spielsachen für Jungen und Mädchen.

Doch nicht alles hat sich geändert am Spiel der Kinder. Viele Spiele aus dem 19. Jahrhundert und noch davor sind bis heute mit Begeisterung an Kindergeburtstagen vertreten, was auch hoffentlich noch lange so bleiben wird.

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Quellenangabe:

1„Aus Münchner Kinderstuben 1750-1930“, Charlotte Angeletti, Herausgeber: München, Eigenverlag, erschienen 1976; S. 8-9

2https://www.planet-wissen.de/sport_freizeit/spiele_spielzeug/geschichte_spielzeug/interview.jsp

am 15.12.2014, 15:15 Uhr

3http://de.wikipedia.org/wiki/Spiel, am 15.12.2014, 15:15 Uhr[[]]

4Stille Post: „Spiele aus Großmutters Zeit, Für Kinder von heute entdeckt“ , Heike Baum, Verlage Herder Freiburg im Breisgau 1995, 3. Auflage, erschienen 1996; S.25

4Schatzberg: „Spiele aus Großmutters Zeit, Für Kinder von heute entdeckt“ , Heike Baum, Verlage Herder Freiburg im Breisgau 1995, 3. Auflage, erschienen 1996; S.23

4Die Reise nach Jerusalem: „Spiele aus Großmutters Zeit, Für Kinder von heute entdeckt“ , Heike Baum, Verlage Herder Freiburg im Breisgau 1995, 3. Auflage, erschienen 1996; S.58

4Der Heidebauer: „Spiele aus Großmutters Zeit, Für Kinder von heute entdeckt“ , Heike Baum, Verlage Herder Freiburg im Breisgau 1995, 3. Auflage, erschienen 1996; S.22

4Bilderlotto: „Spiele aus Großmutters Zeit, Für Kinder von heute entdeckt“ , Heike Baum, Verlage Herder Freiburg im Breisgau 1995, 3. Auflage, erschienen 1996; S.33

[[]][[]]2, b https://www.planet-wissen.de/sport_freizeit/spiele_spielzeug/geschichte_spielzeug/index.jsp

am 15.12.2014, 15:15 Uhr[[]]

5http://www.friedrich-froebel-online.de/, am 15.12.2014, 15:15 Uhr

3, b http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Fr%C3%B6bel#Hauptwerk, am 15.12.2014, 15:15 Uhr

5, b http://www.friedrich-froebel-online.de/b-i-o-g-r-a-f-i-e/, am 15.12.2014, 15:15 Uhr

5, c http://www.friedrich-froebel-online.de/p-%C3%A4-d-a-g-o-g-i-k/, am 15.12.2014, 15:15 Uhr

5, d http://www.friedrich-froebel-online.de/z-i-t-a-t-e/, am 15.12.2014, 15:15 Uhr[[]]

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